Stress und innere Unruhe kennen wir alle. Will man dagegen angehen, erhält man meist den Ratschlag, über die Atmung das Autonome Nervensystem zu beruhigen. Aber nicht nur unsere Atmung bietet uns Möglichkeiten, direkten Einfluss auf eine körperliche Stressreaktion zu nehmen: Auch über die Art und Weise, wie wir unsere Umgebung betrachten, können wir zur Ruhe kommen.
Die Methode Panoramablick kommt zum Einsatz, wenn wir uns innerlich aufgewühlt, unruhig oder gestresst fühlen, wenn wir im Kampf- oder Fluchtmodus sind, ohne dass es dafür einen erkennbaren Grund gibt. Vielen Personen hilft er auch kurz vor oder während einer Panikattacke.
Wie gehst du dabei vor?
Beim Panoramablick lässt du den Blick zum Horizont oder in die Ferne schweifen. Dabei hältst du den Kopf ruhig und weitest den Blick bewusst so, dass du die Ränder des eigenen Sichtfelds wahrnehmen kannst.
Wirkungsweise
Wenn wir etwas Belastendes erleben oder sehen, reagieren unsere Augen darauf. Die Pupillen weiten sich und unser Sichtfeld verengt sich. Wir fokussieren auf einen kleinen Bereich, den wir dann sehr scharf sehen, die Umgebung wird unscharf.
Über unser Sehsystem wird das autonome Nervensystem aktiviert, dass im Gehirn Botenstoffe freisetzt, um uns in Anspannung zu versetzen.
Der Panoramablick dämpft einen Mechanismus im Hirnstamm, der an Wachsamkeit und Erregung beteiligt ist. Man schaltet also die Stressreaktion aus, indem man die Art und Weise ändert, wie man die Umgebung betrachtet.
Mehr dazu
Der Neurobiologe Andrew Huberman von der Stanford Universität forscht zum Panoramablick. In diesem Interview mit Spektrum.de erklärt er die neurobiologischen Hintergründe.
Detaillierte Informationen zum Panoramablick und zur aktuellen Forschungslage findest du auf der Seite Huberman Lab (auf Englisch).
In diesem Gespräch mit Tim Ferris erklärt Dr. Huberman den Panoramablick und seine Wirkungsweise (auf Englisch).
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