Erfolgreich foltern – und was das mit Corona zu tun hat.

Haben Sie sich schon einmal gefragt, was richtig erfolgreiche Folter ausmacht? Ist es die Stärke der Schläge? Sind es Kenntnis und effektive Anwendung der grausamsten Methoden? Ist es der Mangel an Mitgefühl für die Person, die gefoltert wird?

Die Antwort überrascht Sie vielleicht: Um jemanden richtig zu foltern, müssen Sie ihm die Kontrolle über einen möglichst großen Teil seines Lebens entziehen. Nicht zu wissen, wann und ob der nächste Peitschenschlag niedersaust, wann es wieder zu essen gibt oder ob auch mal wieder eine durchschlafene Nacht dabei sein wird, zermürbt. Dabei müssen Sie nicht einmal stark zuschlagen: Der möglichst unberechenbare Wechsel zwischen Zuckerbrot und Peitsche verstärkt die Qualen.

Ist die Person durch den anhaltenden und intensiven Kontrollverlust nachhaltig gebrochen, so wird Sie mit großer Wahrscheinlichkeit auf erneuten Kontrollverlust mit Passivität und Apathie reagieren. Die Erfahrung, dass das eigene Handeln auf das, was passiert, keinen Einfluss hat, führt dazu, dass die Person sich ihre Energie spart und gar nichts mehr tut. In weiterer Folge kommt es zu negativen Gefühlen wie depressiver Verstimmung und intensiver Traurigkeit. Der Sozialpsychologe Martin Seligman hat für diese Reaktion den Begriff „Erlernte Hilflosigkeit“ geprägt.

Seitdem die Corona-Pandemie unser aller Leben durcheinandergewirbelt hat, erlebe ich rund um mich zunehmend Apathie, Erschöpfung, Depression und Burnout.

"Mir geht die Luft aus!" "Nicht noch so ein Herbst!" 
"Was, wenn das immer so weiter geht?"
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Es scheint, Corona ist ein perfekter Folterknecht! Wann haben wir zuletzt einen derart massiven Kontrollverlust über einen derart langen Zeitraum erlebt? Nicht zu wissen, ob Sie Weihnachten im Kreis Ihrer Liebsten feiern können, ob eine neue, vielleicht gefährlichere Mutation auftaucht, gegen die keine Impfung wirkt, oder ein erneuter Lockdown vor der Tür steht: Das macht mürb. Und wenn Sie gelernt haben, dass Sie ohnehin wenig dagegen tun können, kann es sein, dass Sie erschöpft, niedergeschlagen und traurig reagieren.

Oft hilft schon zu wissen, warum ein Gefühl auftaucht, um besser damit umgehen zu können. Fühlen Sie sich also derzeit corona-bedingt ausgelaugt, erschöpft und traurig, so zeigen Sie eine normale Reaktion auf eine schwierige Situation. Sie sparen schlichtweg Energie, wenn Sie momentan nicht zu viel Kontrolle anstreben. Das ist ein bemerkenswert sinnvoller Mechanismus!

Vorschläge, wie Sie nun wieder aus diesem Tief herauskommen, finden Sie inzwischen 100-fach im Internet. Vorausgesetzt Sie bringen ausreichend Energie auf, um zur Selbsthilfe zu schreiten, kann ich Ihnen beispielsweise die Website www.zusammengegencorona.de des deutschen Bundesministeriums für Gesundheit empfehlen. Dort finden Sie zahlreiche Texte, die Ihnen Anregungen geben, um Ihre psychische Stabilität aufrecht zu erhalten oder wieder herzustellen.

Wer allerdings keine Kraft und keinen Kopf mehr für diese Art der Selbsthilfe hat, der sollte sich professionelle Unterstützung holen.

Wenden Sie sich gerne an mich! Meine Kontaktdaten finden Sie hier.

Benötigen Sie Hilfe bei der Bewältigung einer akuten psychischen Krise, ist die Krisenhilfe OÖ unter der Telefonnummer 0732/2177 rund um die Uhr für Sie erreichbar.

Einen Überblick über Krisentelefone und Notrufnummern österreichweit finden Sie hier.

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